Die Menschengeschlechter

Die Zivilisierten völker

Die Draejaner

  

Die Menschen des Königreiches Drâea bewohnen nahezu den gesamten westlichen Teil Shaendâras, von den Frostbergen im Norden bis zur Grenze Likhanas im Süden. Ihr Volk teilt sich in drei Hauptgruppen: Soldaten, Händler und Kaufleute sowie das einfache Volk.

 

Es sind die Nachkommen der einst unabhängigen Stämme, die unter den Clan-Namen Wölfe, Bären, Luchs und Hirsch die Westküste Shaendâras bevölkerten, ehe sie im Jahr 1.723 LA Dragas' Bündnisvorschlag annahmen und sich unter seiner Herrschaft vereinten.

 

Nach den Zerstörungen von Bar'la'Richath und Kendorras ist nun Dh'Aschjar als letzte wirkliche Stadt zugleich Thronsitz, obgleich seit Längerem der Statthalter Tamhorren das Reich regiert.

 

Mit den Likhynern, ihren treuen Verbündeten, betreiben sie seit jeher eifrigen Handel, während die Geschäfte mit den Uskar in Falias und Kaldun aufgrund des vorschreitenden Schattens selten geworden sind.

 

 

Das Wüstenvolk von Fas Daran

 

Die Daraner sind hochgewachsene, kräftige Menschen, deren Haut von der ewigen Sonne in ihrer Heimat stark gebräunt ist. Ihre Haare sind oft schwarz oder dunkelbraun, ihre Gesichter auf Reisen mit Tüchern und Kapuzen bedeckt, die sie vor Hitze und Wind schützen.

 

Ihre Heimat ist die Wüste Daran im östlichen Tâlameth. Als Nomaden ziehen meist die Männer den Großteil des Jahres durch das Land. Nur selten verweilen sie in ihren beiden Hauptlagern Jar'Dorrh oder Kel'Aydhar inmitten des »Sandigen Meeres«.

Mit den Tûlla aus Jal'Dharbheira und Ajjadûr betreiben sie mehrmals im Jahr regen Handel, seltener reisen sie auch nach Tagris Mor.

 

Ihr aktuelles Oberhaupt ist Jasfar.

 

 

Die Issari

 

Die Issari leben in den eisigen Landen Frosteeras im Norden Shaendâras.

Sie sind ein Volk von Jägern und Sammlern, die sich vor allem in den beiden westlichen Dörfern Firnhe und Fhaerûn niedergelassen haben. Einige hausen auch mit abgeschiedenen Wilderlingen in den Grenzbergen zum Königreich Drâea.

 

Andere leben in der einzigen Stadt Askyr am Ostrand der Eisigen Einöde, in der sich auch der nördlichste Magiertempel Shaendâras befindet.

 

 

Die Likhyner

 

Die Menschen des südlichen Fürstentums Likhana siedeln überwiegend in den drei größeren Städten Tánahar, der Hauptstadt des Reiches, Mineth und Tymeera.

 

Sie verdienen ihren Unterhalt hauptsächlich mit der Fischerei und vom Handel, vor allem mit den Städten Dh'Aschjar im Königreich Drâea und Cala Shyrna auf der Sterninsel. In früheren Zeiten trugen sie ihre Waren regelmäßig bis nach Falias in Uskûndor und sogar bis nach Jal'Dharbheira im Osten.

 

 

Die Tûlla

 

Die Tûlla haben im Osten Shaendâras, im Wüstenreich Tâlameth, zwei große Städte errichtet - Jal'Dharbheira an der Nordwestküste und Ajjadûr im Südosten. Zudem siedelten sie sich im Laufe der Jahre in der uralten magischen Stätte Tagris Mor an.

 

Inmitten ihres Volkes existieren nur wenige, die der alten Mächte kundig sind. Bereits vor Generationen haben die meisten Tûlla sich vom einstigen Wissen und der Weisheit der Shana abgewandt.

 

Sowohl in Jal'Dharbheira als auch in Ajjadûr bestimmen die sogenannten Nabril'q, die selbsternannten "vornehmen Herrscher" und reichsten Kaufleute jener Städte. In Ajjadûr sind dies Galazan Gazar und Xaro az'Nod, in Jal'Dharbheira Kroduun, Djarbo und Aggan der Düstere.

 

 

Die Uskar

 

Die Uskar bewohnen das weite, von zahlreichen Flüssen durchströmte Land, das zwischen den Eisenbergen im Westen und den Donnerbergen im Osten liegt. Die meisten von ihnen sind Bauern oder Händler.

Ebenso wie die Issari und somit anders als die Draejaner oder die Likhyner, unterstehen die Uskar keinem König oder anderen Herrscher.

 

Früher lebte der überwiegende Teil der uskarischen Bevölkerung in den drei Städten Falias, Kaldun oder Dol Shâlla'd'Ain. Heute steht lediglich letztere in ihrer einstigen Gestalt, wie sie von Elcys Ain erbaut wurde. Falias ist durch den Vormarsch der Rak'Zhâr zur Ruine zerfallen und von Kaldun allein der südliche Stadtteil bewohnbar.

 

Aufgrund der Ausbreitung des Schattens sind viele Uskar ins westliche Drâea oder nach Tâlameth im Süden geflohen. Weite Landstriche liegen verlassen.

Im Tal von Aearn, das im Westen Uskûndors entlang der Eisenberge verläuft, sind noch manche Dörfer besiedelt. Doch auch dort nimmt die Zahl der Menschen ab.

 

 

Die freien stämme

Die Zodh'rra

 

Die Zodh'rra sind die Nachkommen Dhryns aus dem Blute Dh'Enaells, der wiederum der zweite Sohn von Dragas war, der das Königreich Drâea begründete. Dhryns Ururenkel Vidar trug als erster den Titel Zodh und wurde Stammeshaupt im Südwesten Uskûndors.

 

Lange Zeit lebten die Zodh'rra in Dörfern, denen sie allesamt nur den Namen Ead gaben, im Süden Uskûndors und im heute verlassenen Enwaerûn.

 

Grobschlächtig und schroff wurden diese Krieger als wild und unkultiviert betrachtet. Durch ihre kräftige, breitschultrige Statur und ihre narbenbehafteten oder tätowierten Gesichter rufen sie meist Furcht bei anderen hervor. Und auch die scharfen Schwerter und wuchtigen Äxte, die sie mit sich führen, mildern diesen Eindruck nicht.

 

Nach der Großen Schlacht gegen Ende des Zweiten Zeitalters, die einen Großteil ihrer Heimat in toten Boden verwandelte, zogen die Zodh'rra in die staubigen Steppen Câllverons, wo sie Nahrung fanden.

 

Als der Schatten sich auch dorthin ausbreitete, gaben die Zodh'rra erneut ihre Heimat auf und zogen zur Bucht der rauen Wogen. Hoch auf den östlichen Klippen Câllverons errichteten sie ihr neues Lager am östlichen Rand eines Sumpfwaldes, der mit der Zeit unter einem düsteren Namen bekannt wurde.

 

Angeführt wird das Kriegervolk derzeit vom Stammesfürsten Bhreac. Sein Stellvertreter ist Bragan, der mit seiner Schwester Brann vermählt ist.

 

 

Die Wilderlinge

 

Die Wilderlinge sind die wohl unzivilisierteste Gruppe der Menschengeschlechter in Shaendâra und bildeten vor der Gründung des Königreiches Drâeas einen der fünf Stämme, der die Westküste Shaendâras bevölkerte: den Adler-Clan.

 

Ihr damaliges Stammeshaupt Tuulog schlug als einziger Dragas' Bündnisvorschlag aus, um seine Unabhängigkeit zu bewahren. Anschließend führte er seine Schar gen Norden, über die Frostberge hinaus und in die Eislande.

Der neue König Dragas', unter dem sich die anderen vier westlichen Stämme vereint hatten, überließ Tuulog und den seinen die Wildernis, solange sie keine Verbrechen gegen das Königreich verübten.

 

Von Westen nach Osten dehnte sich ihr Gebiet mit den Jahren vom Eisigen Kliff an der Küste Frosteeras bis zur Sturmkrone, dem höchsten Gipfel der Frostfänge, aus. Südlich der Dol Fuhar herrschen sie über den Wilden Wald mitsamt seinen Hügeltälern vom Ozean bis zu den Eisenbergen. 

 

In den darauffolgenden Jahrzehnten mischte sich das Blut von Tuulogs Nachfahren mit anderen Linien, wie den Nachkommen Dhryns oder gar den Frostbärten aus den Eisigen Höhlen Is'kândrins (s. Ghorrocs).

Man nennt sie heute zumeist das Wilde Volk oder Nordmänner. Doch seltener erklingt auch ihr früherer Name Adler.