Erstes Zeitalter - Lìnn Aon (bis ca. 1.386 LA)

Etwa 800 Jahre lang lebten die Nachkommen der Talmar und der Penyar friedlich beieinander, bevor sich der erste Schatten über Shaendâra legte.

 

Foanmhas der Gierige, Sohn der beiden Talmar Dubhor und Rigmar, erforschte im Geheimen die schwarzen Künste, denn er strebte nach der Macht und wollte sich die Schöpfung der Shana unterwerfen. Nyeallwhen aber, der Sohn Dràochs, erkannte Foanmhas' böse Absichten und stellte ihn vor dem Comhao'Rû - dem Rat der Obersten - zur Rede.

 

Nur schwer gelang es Foanmhas, sich aus den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen herauszureden, doch letztlich ließ man ihn gehen. Von nun an stand er unter ständiger Beobachtung und so vermochte er sein dunkles Werk nicht zu vollenden. Er zog sich zurück in die Donnerberge und als auch für ihn die Zeit kam, seine Hülle zu verlassen, ging seine durch schwarze Magie verdorbene Seele nicht in die Flamme ein, sondern verbarg sich für alle Zeiten in der Dunkelheit.

 

Auch sein Sohn, Golmôg der Zerstörer, studierte eifrig die schwarze Zauberei und verbreitete im Verborgenen seine düsteren Lehren, die bei etlichen Talmar, insbesondere unter den Nachkommen Cruthars, offene Ohren fanden.

In den folgenden Jahren scharte er zahlreiche Anhänger um sich und gründete mit ihnen den Scath'Melôr, den Orden des schwarzen Schattens.

 

 

Die erste Verdunkelung

Grausige Taten wurden von diesem Bund begangen. Doch trotz mehrfacher Vorstöße gelang es Golmôg nicht, die Macht in Shaendâra gänzlich an sich zu reißen, denn die Flamme der Seelen leuchtete hell und ihr Glanz wirkte als Schutzschild gegen die Dunkelheit.

Solange dieses Licht, das die magische Quelle allen Lebens barg, brannte, war es Golmôg unmöglich, die Völker Shaendâras zu unterwerfen. Daher beschloss er, die Flamme selbst zu vernichten. Im Jahr 1.385 LA griff er den Tur Solas, den Turm des Lichtes hoch oben auf dem Mullach Geal in der Mitte des Reiches an, von wo aus die Flamme der Seelen über das Leben wachte.

Vaìrdor, der Enkel Nyeallwhens und Vearmh'aniêls, stellte sich ihm in den Weg und im letzten Augenblick, als das Licht der Flamme bereits drohte, für immer zu erlischen, bezwang er Golmôg und das Feuer der Seelen erstrahlte noch kräftiger als zuvor.

 

So wurde Vaìrdor zum ersten Hüter der Flamme und begründete die Linie der Paith'an'Leawha, der »Wächter der Seelen und Bewahrer des Lebens«, deren Nachkommen bis heute die Flamme beschützen.

 

Wenngleich die Mitglieder des Scath'Melôr daraufhin flohen und in alle Winde zerschlagen waren, trug Vaìrdor die Flamme aus dem Tur Solas und verbarg sie an einem geheimen Ort.

Er allein kannte das Versteck und er hütete dieses Wissen, bis es für ihn Zeit wurde, selbst in die Flamme einzugehen. Dann erwählte er aus den Reihen des Tar Istyr, des inneren Zaubererzirkels, dem nur die höchsten Magier angehörten, einen Nachfolger, der ihm der Würdigste schien, und vertraute ihm das Geheimnis an.

 

Auf diese Weise wurde Amh'yar der zweite Hüter der Flamme und es herrschte erneut Frieden.