Amhran Narva - Das Lied des Baumes

Am Anbeginn des Erwachens  erschuf die Shana Bêthnahel mit ihrem lieblichen Gesang einen hochgewachsenen, alles überragenden Baum, dessen mächtiges Wurzelgeflecht das Land nährte, und nannte ihn Narva. Sie sang:

 

Die Schöpfung Narvas

 

Aus meinem Kessel pflanz‘ ich ein

dies glänzend‘ Korn, glatt und fein.

Sanft Reigen nähret wiegend‘ Grund,

vermählet sich zu treuem Bund.

 

Wachse, wachse und gedeih!

Licht und Leben eilet bei!

Wurzeln strebet durch die Erde,

saftig grünes Tal nun werde!

 

Stamm erstehe hart und stark,

quell empor dein kräftig‘ Mark.

Forme dich gen Himmelssaum,

erblühe golden Blätterflaum!

 

Der Wind trag deine Blüten fort,

nach Westen, Osten, Süd und Nord!

In alle Weiten reck zart‘ Glieder,

weh auf Berg und Tal sie nieder!

 

Von Halmdurs Hall zum Donnerschrund,

in Ysbors Klamm und Eisesschlund,

dein Antlitz helle auf die Nacht,

erhebe sich zur Weltenwacht!

 

 

Während der Großen Schlacht des Zweiten Zeitalters wurde Narva zerstört. Sein gewaltiger Stamm fuhr entzwei. Doch noch immer überragen seine verdorrten schwarzen Stelzen das verbrannte Land, als mahnende Erinnerung und gleichsam als Hoffnung.

 

Und wer weiß, ob Narva eines Tages erneut erstehen mag, wenn das Licht nach Shaendâra zurückgekehrt ist?